Kurze Umfrage anlässlich der WM2010

Wieso ist die Deutsche Fußball-Männer-Nationalmannschaft wohl besser als die selbige aus beispielsweise Ghana?
[ ] Weil wir Schwarz-Rot-Geil sind.
[ ] In Deutschland lebt die arische Herrenrasse.
[ ] Deutschland hat mehr Einwohner und so auch mehr talentierte Spieler zur Auswahl.
[ ] Weil Deutschland als viertgrößte Volkswirtschaft weltweit wesentlich mehr Geld hat, um es in die Fußball-Spitzenförderung zu stecken.
(Mehrfachnennung möglich)

Daran anschließend: Und wieso genau können die „Deutschen“ dann gleich noch einmal darauf stolz sein, wenn die Deutsche Fußball-Männer-Nationalmannschaft gegen die selbigen aus beispielsweise Ghana gewinnt? (Offene Frage)
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„Antifaschismus überlassen wir nicht dem Staat!”

Das ist schon ein schwieriges Ding. In Deutschland gilt nach dem Grundgesetz die Meinung- und Versammlungsfreiheit. Und das für „alle Deutschen“ (§8 GG). Das heißt: Auch für Nazis!

Dieses Grundrecht jetzt irgendwie (staatlich) einzuschränken führt zwangsläufig zu einem Demokratieverlust. Denn, wenn so ein Grundrecht erst einmal eingeschränkt wurde, das wird das immer öfter geschehen. Das kann nicht gut sein. Deswegen sollte das Versammlungsrecht gleich gar nicht eingeschränkt werden, das ist die einzige demokratische aller Lösungen.

Somit halte ich es für völlig legitim, wenn ich gar notwendig, dass der Staat den Nazis die Demo „erlaubt“. Doch Versammlungsfreiheit heißt auch: Nicht nur für Nazis. Auch für Antifaschist_innen. Die Gegenaktivitäten durch die Antifaschist_innen sollten auf jeden Fall auch „erlaubt“ werden. Es sollte das Recht aller sein, sich menschenverachtenden Ideologien „in den Weg zu stellen“.

Wir müssen sehen: Die Grundrechte sind Schutzrechte gegenüber dem Staat. Und, wenn sich Antifaschist_innen geschlossen den Nazis entgegenstellen und ihren Aufmarsch verhindern, dann hat der Staat nichts falsch gemacht. Nicht der Staat hat die Nazis behindert, nein, es war die Zivilgesellschaft.

Ein Verbot der Nazidemo wäre, naja, wie ein von der Leyen’sches Stoppschild gewesen. Einfach wegschauen. So aber wusste jede_r, dass es Nazis gibt und dass sie ein großes Problem darstellen. Und gerade so kann ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass mensch sich den Nazis in den Weg stellen muss. Und das nicht nur bei deren Aufmärschen, sondern auch im Alltag.

(Den Beitragstitel habe ich von einem Banner an der Schauburg in Dresden geklaut.)

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„Ein starker Abgang”

Jetzt, wenn ich mal wieder bei meinen Eltern bin und da auch ein TV-Gerät vorhanden ist, da will das ja auch genutzt werden. Und so habe ich zu Weihnachten mal wieder meinen Lieblingsfernsehsender eingeschaltet: 3sat. Und da kam ein echt starker Film. Ganz durch Zufall entdeckt.

Ein Film jenseits von schlimmen Stereotypen und Berechenbarkeit. Er war einfach etwas anderes, als immer nur dieser Einheitsbrei, der einem — auch auf den Öffentlich-Rechtlichen zur Primetime — sonst so geboten wird. Kein 08/15-Scheiß, kein klassisches Happy-End und auch kein zu total ernster Film, der mit der Moralkeule auf dich eintrischt. Kein Klamauk und auch kein Kitsch.

Ein echt lustiger Film, aber durchaus mit Hintergrund und einer Intension. Einer Intension, die auch rüber kommt. Es machte Spaß, sich durch den Film führen zu lassen. Und du wirst auch wirklich geführt. Ein Vorausdenken ist nicht möglich: Immer, wenn du denkst, du weißt, wie der Hase hoppelt, kam es doch ganz anders. Der Film hat eine klare Linie, aber wechselte doch oft die Spur und überraschte.

Die Charaktere wurden gut herausgarbeitet. Und blieben auch authentisch. Kein Happy-End, bei dem sich am Ende alle total lieb hatten. Nein, die Charaktere blieben auf ihrem Standpunkt. Klar, ein bisschen Einsicht gab es am Ende schon, sonst bringt das ja gar nichts. Aber sie waren am Ende nicht auf einmal jemand ganz anderes. Und gerade das machte das Schauen zum Erlebnis.

Ein starker Abgang
Tragikomödie, Deutschland 2008
Regie: Rainer Kaufmann

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