soziologie und andere krankheiten (1)

In den Texten, die ich derzeit für’s Studium lesen muss, stehen immer mal wieder Dinge, die ich einfach einmal isolieren will. Damit sie für sich allein gestellt wirken können. Und mir erhalten bleiben. Und Ihr daran auch teilhaben könnt.

Malis heutige Armut steht im schroffen Gegensatz zu seiner reichen Geschichte als Wiege der westafrikanischen Zivilisation. Mali war im 13. Jahrhundert Rom kulturell und technisch ebenbürtig. Drei große Reiche — Ghana, Mali und Songhay — mit Ministern, Bürokraten, Schreibern und Hofmusikern blühten in seinen einstigen Grenzen.
[S. 448, 449]

So kostete 1992 in Indonesien die Herstellung eines Paars Nike-Schuhe, das in den USA für 45 bis 85 US-$ verkauft wurde, ganze 5,60 US-$. […] Nikes gesamte jährliche Lohnkosten in seinen indonesischen Betrieben lagen 1992 unter den 20 Millionen US-$, die Michael Jordon von Nike für Produktwerbung erhalten haben soll.
[S. 451]

Während … politische Ambitionen und Hegemonialstreben die früheren westlichen und östlichen Imperien hervorgebracht hatten, war der europäische Kolonialismus meist durch individuelles Gewinnstreben motiviert. […] Meistens war es so, dass »die Flagge dem Handel folgte, nicht umgekehrt« (Harrison 1984:43).
[S. 452]

Die Hilfe der USA für die Entwicklungsländer zielte darauf ab, die Welt für multinationale Unternehmen sicher — und profitabel — zu machen.
[S. 453]

Alle Zitate aus: Hans-Dieter Evers 2001: Globale Integration und globale Ungleichheit. In: Hans Joas [Hrsg.]: Lehrbuch der Soziologie. Teil III. Differenz und Ungleichheit. Frankfurt/Main.

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„Wir haben Licht im Tunnel”


„Lassen Sie mich das in einem Bild ausdrücken: Wir haben nicht nur Licht am Ende des Tunnels, wir haben Licht im Tunnel. Und wir werden jetzt gemeinsam rausfahren und den Tunnel verlassen.“

Ronald Pofalla über die Koalitionsverhandlungen mit der FDP, im ARD-Morgenmagazin am 15.10.09

Anm. d. Red. — Bei Licht im Tunnel sollte der Herr Pofalla aufpassen, dass die Helligkeit nicht vielleicht von einem Feuer verursacht wird.

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„Repressiv-autoritäre Verpflegungsstrukturen zerschlagen”


Repressiv-autoritäre Verpflegungsstrukturen zerschlagen

Antrag auf Änderung der Satzung

Die Mitgliederversammlung möge beschließen:

1. In §5 (1) „Jedes aktive Mitglied hat das Recht“, wird als zusätzlicher Spiegelstrich hinter „Anträge an Gremien und Organe zu stellen“, eingefügt: „zu landesweiten mindestens ganztägigen Veranstaltungen des Verbands Verpflegung individuell à la carte zu wählen.“

2. In §8 (5) ist dem Satz: „Die Mitgliederversammlung beschließt mit einer Dreiviertelmehrheit der anwesenden Mitglieder über die Satzung sowie mit einfacher Mehrheit über Finanz- und Schiedsordnung.“, anzufügen: „und die Speisekarte.“

Die Änderungen 1-2 können nicht getrennt behandelt werden.

Begründung:

„Kennst du das Land wo die Gulaschkanonen blühn? Du kennst es nicht? Du wirst es kennenlernen.“ So oder so ähnlich hat schon Erich Kästner seinerzeit auf ein Problem aufmerksam zu machen versucht, das innerhalb der Linken zwar heute stärker diskutiert wird als je zuvor. Dennoch sind allseitigen Lippenbekenntnissen kaum konkrete Taten gefolgt.

Dabei ist der Zustand nicht hinnehmbar, dass junge Menschen auch 20 Jahre nach der Einheit noch genötigt werden, auf Veranstaltungen des Verbands politisch tendentiösen Einheitsbrei zu löffeln. Dem postautonomen Bedürfnis nach Individualismus muss seitens der Organisation auch an dieser Stelle Rechnung getragen werden, das egalitäre Kollektiv als reaktionäre Gemeinschaft gekennzeichnet und bekämpft werden. Denn sind es nicht autoritäre Muster, die sich im Verpflegungsprinzip „Vogel friss oder stirb“ manifestieren?!

Gulaschkanonen zu Pflugscharen, denn das Essen ist politisch!

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